Weniger Bürokratie, mehr Bildung - Der Lingener Jens Beeck ist Bundestagskandidat der FDP

Auf der Internetseite der Lingener Tagespost ist auch ein Vorstellungsvideo zu sehen. Quelle: Lingener Tagespost. Foto: Caroline Theiling Brauhardt

Lingen. Sollte die FDP bei der nächsten Bundestagswahl in den Bundestag einziehen, gehört der Lingener Rechtsanwalt Jens Beeck sicher zum Kreis der FDP-Abgeordneten, denn er steht auf der Landesliste auf Platz zwei.

Politik begleitet den 47-Jährigen seit vielen Jahren. Sein Interesse erwachte bereits während seiner Schulzeit an der Integrierten Gesamtschule Fürstenau, eine der wenigen Schulen, die in den 1980er Jahren ein Ganztagsangebot vorhielten. „Ein Politikkurs gab damals den Anstoß“, erinnert sich der Jurist. Obwohl sein Großvater eher Sozialdemokrat war, zog es den Lingener zu den Liberalen, bei denen er seit 1987 Mitglied ist. Zu seinen Vorbildern gehörte Hans-Dietrich Genscher, der für die FDP mehr als 30 Jahre im Bundestag saß. Oder auch Jürgen Möllemann, der mit Unterbrechungen auf knapp 30 Bundestagsjahre kam.

Seit 1991 im Stadtrat

Mit gerade einmal 22 Jahren kam Beeck, damals noch Jurastudent, 1991 in den Rat der Stadt Lingen, dem er seitdem angehört. Von 2006 bis 2011 übernahm er auch den Fraktionsvorsitz der FDP im Kreistag des Landkreises Emsland. Mit dem Vorsitz der Vereinigung Liberaler Kommunalpolitiker in Niedersachsen kam im Jahre 2014 ein weiteres Amt hinzu. Einstimmig hatte der FDP-Kreisverband Emsland und Grafschaft Bentheim im März 2017 den Lingener zum Kandidaten für den Wahlkreis 31-Mittelems nominiert.

Schlanke Verwaltung

„Entbürokratisierung“ ist eines der vorrangigen Anliegen, die sich Beeck auf die Fahne geschrieben hat. „Eine schlanke Verwaltung wäre erstrebenswert. Man muss schneller, besser und flexibler reagieren“, so der Liberale. Seiner Meinung nach ist Deutschland zu behäbig geworden. In vielen Bereichen dauere es zu lange von einer Planung bis zur Ausführung.

Mehr Transparenz

Ein weiteres kritisches Thema ist in den Augen des Juristen die Umsatzsteuer. Zu wenig Transparenz sorge bei vielen Bürgen für Frust und Politikverdrossenheit. „Für Fruchtsaft gilt ein anderer Satz als die Frucht; bei Tierfutter ermäßigter, bei Babynahrung und Medikamenten der volle Steuersatz.“ Das sei einfach nicht nachvollziehbar.

Sozialrecht vereinfachen

Veränderungen wünscht sich der Politiker auch im Sozialrecht. So hätten seriöse Schätzungen ergeben, dass rund ein Drittel aller Hartz- IV-Bescheide falsch seien. Zahlreiche Widersprüche müssten vor Gericht entschieden werden. Weil aber die Regelungen so kompliziert geworden sind und ständig Änderungen unterworfen sind, vergehen oft Jahre, bis das Ende eines Verfahrens erreicht ist. Was bei der Bürokratie eingespart werden kann, muss seiner Meinung nach in bessere Bildung ab der Kita, in Infrastruktur und die soziale, innere und äußere Sicherheit investiert werden.

Für gleiche Bedingungen in Stadt und Land

Sollte der Schritt nach Berlin gelingen, möchte sich der Lingener für gleichwertige Lebensbedingungen in Stadt und Land einsetzen. Dazu gehören für ihn ein entsprechendes Mobilfunknetz, Breitbandanschlüsse und eine Infrastruktur mit besseren Anschlüssen über Schiene, Straße und Wasser. „Wenn wir hier die gleichen Chancen bekommen, können wir den Rest allein“, sieht er großes Potenzial im Emsland.

Kontakt zur Heimat erhalten

Den Kontakt in seine Heimat, mit der er sich eng verbunden fühlt, möchte der Lingener, einziger Emsländer unter den Kandidaten im Wahlkreis 31, ohnehin pflegen. Seine Kanzlei soll, wenn auch im geringeren Umfang, weiterlaufen. Erhalten bleiben sollen ebenfalls sein Ratsmandat sowie sein ehrenamtliches Engagement in sozialen Einrichtungen wie dem Hospizverein, dem Seniorenverein Gelingen, dem Tierschutzverein und der Aids-Hilfe.